Warum eigenes Saatgut Gold wert ist

Wenn du dich selbst um dein eigenes Saatgut bemühst, hast du viele Vorteile. Welche das sind, erfährst du in diesem Beitrag. Den einzigen Nachteil, der mir eingefallen ist, habe ich der Vollständigkeit halber am Ende aufgeführt.

Eigenes Saatgut versorgt dich mit optimal angepassten Pflanzen

Es dauert einige Generation. Aber mit jeder Generation und mit jeder guten Auslese kommen deine Nutzpflanzen besser mit den Gegebenheiten deines Gartens zurecht. Sie passen sich dem Wetter, dem Boden und sogar an Krankheiten und Schädlinge deiner Region an.

Was meine ich damit? Kennst du diese Saatgutwanderpakete?  Stell dir vor, du hast eines erhalten. Du hast dir ein Päckchen Tomatensamen herausgenommen. Die wolltest du schon immer mal probieren. Dein Tauschpartner wohnt in Hamburg, du in München. Die Samen sind von Tomaten, die sich gut ans feuchte Hamburger Klima angepasst haben Der Boden war sandig. Bei dir ist es nun etwas trockener und wärmer und du hast einen schweren Lehmboden.

Da die Tomaten gut gewachsen sind, sammelst du von den besten Tomaten die Samen und gibst sie im neuen Jahr wieder in deinen Garten. Und wenn du gut beobachten kannst und es dir gemerkt oder aufgeschrieben hast, dann wirst Unterschiede zur letzten Ernte feststellen. Vielleicht sind die Tomaten dieses Jahr etwas größer. Etwas aromatischer. Vielleicht sind sie etwas kleiner aber dafür mehr Tomaten an einer Pflanze.

Mit etwas Geduld hast du nach ein paar Jahren mit kontrollierter Auslese eine Pflanze, die sich ihrer Umgebung optimal angepasst hat. Ja. Sie ist dann nicht mehr 100% identisch mit dem Saatgut, welches du bekommen hast. Aber genau daraus entsteht Vielfalt.

Du sorgst für Artenvielfalt

Die meisten Menschen kaufen ihr Saatgut im Discounter oder Baumarkt. Doch was bekommst du dort? Vielleicht zwei Sorten Radieschen. Maximal drei Sorten Tomaten. Und dann hast du deinen Garten in einer Kleingartenanlage in der 95% dieses Saatgut verwenden. Leichtes Rechenbeispiel. Bei 100 Gärten in dieser Anlage wachsen in 95 Gärten die gleichen Tomaten. Und was passiert noch in so einer Anlage? Blumen werden untereinander getauscht. Alles, was durch Wurzelteilung, zufällige Verbreitung, Knollen- und Zwiebelbildung, also vegetativ, zuviel ist, wird an den Nachbarn verschenkt. Also ist nicht mal da Vielfalt angesagt.

Das schlimme daran ist, dass die Artenvielfalt verschwindet. Und viele Insekten sind auf nur eine einzige Pflanze spezialisiert. Zum Beispiel der Wiesenknopf-Ameisenbläuling. Er braucht den Wiesenknopf zur Arterhaltung. Wenn jeder nur noch Schwertlilien und Dahlien im Garten hat und die natürlichen Flächen alle verschwinden, wo soll er dann noch Nahrung für sich und seine Nachkommen finden?

Und auch bei den Nutzpflanzen gibt es durchaus aromatischere Tomaten und Karotten als das die stark verbreiteten Supermarktsorten.

Eigenes Saatgut auch von Blumen
Sonnen- und Kornblumensamen als eigenes Saatgut gesammelt

Du schonst die Umwelt

Wenn du deinen Garten zur Samengärtnerei machst, reduzierst du deinen ökologischen Fußabdruck. Denn wegen dir muss weniger Saatgut aufwendig produziert werden. Dazu muss man wissen, wie Saatgut produziert wird.

Im normalen Handel erhältliches Saatgut ist fast ausschließlich Hybrid-Saatgut. Also eine Kreuzung aus zwei Pflanzen. Es muss also eine Mutter- und eine Vaterpflanze herangezogen und anschließend miteinander gekreuzt werden. Zwei Pflanzen welche Wasser, Licht, Erde, Dünger brauchen. Da alles kontrolliert ablaufen muss, heißt das also automatische Bewässerung, künstliches Licht und künstlicher Dünger. Vom Keimling bis zur Saatreife.

Danach automatische Abfüllstationen die in bunt bedrucktes Glanzpapier und bei sehr kleinen Saaten sogar noch kleine Folientütchen abfüllen. Alles in große Kartons verpacken und durch ganz Deutschland kutschieren. Bis es irgendwann im Einkaufswagen eines Gärtners landet sind Unmengen CO², Chemie und Plastik verbraucht worden.

Und da dieses Saatgut Hybridsaatgut ist, kannst du es nicht mal sammeln und im nächsten Jahr verwenden. Du musst ein neues Päckchen kaufen.

Da ist es doch sehr viel nachhaltiger, sich selbst um eigenes Saatgut zu kümmern. Von Pflanzen die mit Regenwasser, Sonne und Kompost gewachsen sind.

Du sparst Geld

Ok, so ein Tütchen samenfestes Saatgut kostet etwas mehr als eines aus dem Discounter. Allerdings musst du dieses nur einmal kaufen. Supermarktsamen jedes Jahr.

Wer ganz clever ist, investiert sogar nur in ein einziges Tütchen samenfestes Saatgut. Er sammelt dann sehr viel mehr Saatgut, als er braucht. Und auf Saatguttauschbörsen oder mit Saatgutwanderpaketen tauscht er sein eigens Saatgut gegen Sorten, die er noch nicht hat. 

Du bist unabhängig

Eigenes Saatgut zu produzieren heißt auch, sich unabhängig von der Wirtschaft zu machen und keine Saatgutkonzerne zu unterstützen. In der Zeit von Corona ist es vielen bewusst geworden. Wo bekomme ich meine Pflanzen für den Garten her? Wer dann Saatgut im Schrank hat, braucht sich darum keine Gedanken machen. Er kann sich seine Pflanzen vorziehen, wann immer es Zeit dafür ist. Es muss ja nicht gleich der komplette Garten umgestellt werden. Wenn es dieses Jahr Tomaten sind, kommen im nächsten Jahr Gurken dazu und im übernächsten Blumenkohl. Und ich fand es sehr beruhigend zu wissen, dass wir Pflanzen für unseren Garten haben werden, selbst wenn alle Läden geschlossen worden wären.

Der Nachteil

Den Nachteil möchte ich dir nicht verschweigen. Samengärtner zu werden ist natürlich mit Arbeit, Zeit und Verzicht verbunden. Du solltest deine Pflanzen gut beobachten und Auslese betreiben. Der VEN e.V. empfiehlt, wenigsten 12 Pflanzen einer Sorte anzubauen und von den besten sechs dein eigenes Saatgut zu sammeln. Je nach deinen Kriterien, musst du auch noch auf die besten Früchte verzichten. Denn aus ihnen sollen im nächsten Jahr neue Pflanzen mit diesen Eigenschaften wachsen.

Die Tüte aus dem Baumarkt ist natürlich schneller und einfacher in der Saatgutkiste. Aber Gärtner sind doch geduldige Menschen, oder? 😉

Vielfältiger und bunter wird dein Garten und dein Speiseplan auf jeden Fall durch eigenes Saatgut.

Warum dein Insektenhotel nicht ausgebucht ist – Bambusröhrchen

Vor etwa einer Woche habe ich eine Frage auf Instagram gestellt bekommen, für die in den Kommentaren einfach zu wenig Platz gewesen wäre. Das Thema Bienen- oder Insektenhotel richtig einzurichten ist sehr umfangreich. Ich habe versprochen, dass ich daraus eine kleine Miniserie erarbeiten werde. Nun ist es soweit. Im ersten Teil möchte ich auf die Bambusröhrchen eingehen.

Die folgende Liste zeigt dir, welche Elemente in der nächsten Zeit hinzukommen werden:

  • Äste mit Bohrungen
  • Zapfen
  • Lochziegel
  • Holzwolle
  • Hackschnitzel
  • Schmetterlingskasten
  • Umgebung

Bambusröhrchen

Vorweg möchte ich sagen, dass die Bambusröhrchen toll sind. Es reicht nur nicht, sie zu zersägen und in das Hotel zu legen.

Was man im Handel findet

Neulich hatte ich hatte ich in einem Discounter eine kleines Hotel in der Hand. Es war wabenförmig aufgebaut und gefüllt mit Bambusröhrchen. Ich hoffe ja immer, dass ein Hersteller doch verstanden hat, dass nur ein gutes Hotel Sinn macht. Deshalb schaue ich mir immer alles an, was ich sehe.

In diesem Fall war aber wieder nur auf billig getrimmt. Bambus geschnitten, Wabe gefüllt, Hasendraht davor befestigt und fertig.

Und leider ist das auch bei 99% der Insektenhotels aus dem Baumarkt oder von Amazon so. Schnell und billigst hergestellter Müll. Ja, wirklich reiner Müll.

Ein gutes Insektenhotel braucht eine sorgfältige Verarbeitung des richtigen Materials. Das kostet Zeit und Geld. Dafür hat man dann aber auch ein Insektenhotel, welches viele Jahre großen Nutzen für Mensch und Tier bringt.

Fehlerbilder

Die im folgenden aufgelisteten Fehler sind die, die du auch leicht selbst prüfen kannst um zu entscheiden, ob ein Insektenhotel gut oder schlecht ist.

Fehler Nummer Eins

Produktbild eines Insektenhotels.
Produktbild eines Insektenhotel – Herstellers

Die Röhrchen sind zerfranst. Die abstehenden Fasern können leider die Flügel der Bienen verletzten. Deswegen meiden Bienen solche Röhrchen und wählen lieber eines aus, das einen sauberen Eingang hat.

Was du tun kannst: Mit etwas Sandpapier kannst du den Eingang glätten. Stehen innen auch Fasern ab, kannst du sie mit einer feinen Rundfeile entfernen.

Fehler Nummer zwei

Die Bambusröhrchen sind am Ende offen. Ist das Ende offen, liegt die erste Brutzelle ungeschützt. Da die meisten Bienen vorhandene Hohlräume nutzen, hat die Natur nicht vorgesehen, dass sie das Ende selbstverschließt. Sie sucht sich also lieber eine geeignetere Brutröhre.

Was du tun kannst: Entweder ist am Ende ein zugewachsener Knoten oder du musst sie händisch mit Lehm oder Gips verschließen.

Fehler Nummer Drei

Das Röhrchen ist durch einen Knoten zu kurz. Ich habe es tatsächlich schon von mehreren Herstellern gesehen, dass wahllos ein Bambusstab in gleichgroße Teile zersägt wurde. Da kann es dann auch passieren, dass der Knoten das Röhrchen auf die Hälfte oder noch weniger, verkürzt. Leider ist es nicht egal, wie lang das Röhrchen ist. Denn hinten legt die Biene die weiblichen Brutzellen ab. Zum Eingang hin dann die männlichen. Um das Gleichgewicht zu halten und vor allem um die Wildbienen wieder zu vermehren, brauchen wir möglichst viele weibliche Brutzellen.

Was du tun kannst: Sollte ein Röhrchen durch einen Knoten zu früh verschlossen sein, kannst du es entweder aussortieren oder du bohrst es mit einem Holzbohrer vorsichtig auf. Anschließend bitte mit einer Rundfeile das Bohrloch glätten.

Fehler Nummer vier

Die Röhrchen sind zu groß. Für den Hersteller ist es billiger, den Platz mit dicken Röhrchen zu füllen.

Ein großer Eingang heißt aber für eine Biene auch immer viel Arbeit. Nicht nur um den Eingang zu verschließen, sondern auch, um die Brutkammern voneinander zu trennen.

Bei einem großen Durchmesser muss die Biene viel mehr Baumaterial heranschaffen. Das kostet sie Zeit und Energie, welche ihr dann für das Anlegen weiterer Brutkammern fehlen würde.

Der ideale Durchmesser liegt bei 3-12 mm. Alles darüber ist zu groß.

Was du tun kannst: Entferne die Bambusstäbe mit zu großen Durchmessern und ersetze sie durch dünnere.

Fehler Nummer Fünf

Die Bambusröhrchen sind gerissen. Auf dem Bild bei Fehler Nummer Drei sieht man es gut. Das fast mittige Röhrchen hat einen Riss.

Damit würde die Brutzelle ungeschützt liegen. Leicht angreifbar von Parasiten. Temperatur- und Luftfeuchtigkeitsschwankungen ausgesetzt sein. Keine Biene wird so ein Röhrchen besiedeln.

Wilde Möhre – Portrait

Wilde Möhre Grundlagen

Wissenschaftlicher Name: Daucus carota

Die Wilde Möhre ist ein Elternteil unserer heutigen Kulturmöhre, welche durch Einkreuzungen entstanden ist. Ihren Namen hat sie durch die sogenannte Möhrenblüte bzw. Mohrenblüte.

Dabei handelt es sich um einen dunklen Fleck in der sonst weißen Doldenblüte. Dieser Fleck dient dazu, Insekten anzulocken in dem er vorgaukelt, ein bereits niedergelassenes Insekt zu sein.

Wilde Möhren sind zweijährig. Im ersten Jahr sieht man von ihr lediglich eine dichte Rosette aus gefiederten Blättern. Erst im zweiten Jahr zeigt sie ihre Blüte.

Wenn du die Möhre erntest, kannst du sehen, dass sie nicht die Farbe unserer Gartenmöhren hat. Sie enthält deutlich weniger Karotin und gleicht deswegen farblich eher der Wurzel von Petersilie.

Merkmale

  • Jährigkeit: 2-jährig
  • Höhe: 30 bis 90 Zentimeter
  • Floristischer Status: Heimisch
  • Blütenform: Dolde
  • Blütenfarbe: Weiß mit dunklen Fleck in der Mitte
  • Blühzeit: Juni bis September

Pflege

Die Wilde Möhre mag es vor allem sonnig und einen kalkhaltigen, trockenen Boden. Allerdings passt sie sich sehr gut auch anderen Bodenerhältnissen an und kann daher gut im Staudenbeet angepflanzt werden.

Da Wilde Möhre kaum vorgezogen im Handel zu bekommen ist, ist die eigene Anzucht aus gesammelten oder gekauften Samen nötig. Sie ist ein Kaltkeimer. Um zur Keimung zu kommen benötigen die Samen für einen längeren Zeitraum Temperaturen um 5° C. Ich sammle die Samen immer ab und bringe sie direkt am nächsten gewünschten Standort aus. So können sie die winterliche Kälteperiode mitmachen.

Anzucht

Wenn du lieber vorgezogene Pflänzchen setzen möchtest, dann gib die Samen für zwei Wochen in den Kühlschank. Wenn die Anzuchttöpfe in einem windgeschützten Raum stehen, kannst du sie auf die Erde legen und angießen.

Im Freien ist es besser, die Samen mit ein wenig Erde zu bedecken. So vermeidest du, dass der Wind sie verweht. Ins Beet solltest du sie dann mit einem Abstand von rund 40 cm pflanzen. Bis zur Keimung solltest du die Erde feucht halten.

Vermehrung

Viel zu tun ist hier nicht. Wenn du gern die Kontrolle behältst, lässt du nur ein paar wenige Blüten mit Samenanlage stehen und sammelst das Saatgut rechtzeitig ein. Das wäre auch mein Tipp. Denn es ist eine Pflanze, die sich leicht und schnell vermehrt. Wenn du ihr die Freiheit gibst, sich selbstständig zu vermehren, wird sie das garantiert tun.

Nutzung

Im Beet

Du kannst die Wilde Möhre gut im Staudenbeet einsetzen. Durch ihre weiße Blüte passt sie farblich überall hin.

Als Nahrung

Wenn du die Möhre essen möchtest, solltest du sie vor der Blüte ernten. Mit Beginn der Blütenbildung verholzt die Möhre. Während die Möhre im ersten Jahr noch sehr mild ist, wird sie mit zunehmenden Alter würziger und schärfer. Wir verwenden sie gern überall dort, wo auch Suppengrün zum Einsatz kommt. Im Schmorgemüse gibt sie der Sauce einen Extra-Kick. Du kannst sie aber auch roh essen.

Als Heilkraut

Die Wilde Möhre kann für eine Vielzahl von Beschwerden eingesetzt werden. So wird ihr unter anderem zugeschrieben, positiv auf die Regulation des Blutzuckers zu wirken. Das in ihr enthaltene Pektin kann Durchfall lindern. Die Samen kommen zum Einsatz, um die Harnwege durchspülen zu können. 

Als Bienenweide

Nektarwert: 2 (mittel)

Pollenwert: 2 (mittel)

Vor allem für die Sandbienen Andrena pallitarsis und Andrena nitidiuscula ist die Wilde Möhre die Hauptpollenquelle. Aber nicht nur diese beiden Arten profitieren von der Wilden Möhre. Auch viele andere Wildbienen sowie Hummeln, Käfer und Schmetterlinge laben sich an ihr.

Als Futterpflanze

Die Blätter der Wilden Möhre sind die Hauptnahrungsquelle für die Raupen des Schwalbenschwanzes. Falls du Dill, Fenchel und Gartenmöhren in deinem Garten hast und diese nicht von den Raupen angeknabbert haben möchtest, bietest du mit der Wilden Möhre eine perfekte Alternative.

Der Schwalbenschwanz legt seine Eier bodennah bei den Blättern ab. Du kannst also unbesorgt die verwelkten Blütenköpfe entfernen um eine unkontrollierte Verbreitung im Garten zu verhindern.

Selbstgemachtes Saatband – schnell und einfach aussäen

Selbstgemachtes Saatband – Warum?

Es vereinfacht die Aussaat

Das neue Jahr ist schon wieder zu einem Zwölftel vorbei. Die Tage werden wieder länger. Die ersten Gärtnerinnen haben schon mit der Fensterbankanzucht begonnen.

Manche Samen dürfen aber auch direkt ins Freiland. Ich möchte dieses Jahr zum Beispiel gern Zwiebeln anbauen. Dafür habe ich mir Samen der Sorte „Stuttgarter Riesen“ gekauft.

Zwiebelsamen sind sehr klein. Genau wie viele andere Samen. Ich habe mehrere Möglichkeiten, um sie in die Erde zu bringen. Entweder als Wurfsaat mit späteren Verziehen. Oder in Reih und Glied.

Mir ist letzteres lieber. Ich hätte gern ein oder zwei Reihen Zwiebeln. Wir brauchen ziemlich viel davon.

Um die Abstände am Beet auszumessen, das Saatloch zu stechen, Samen einzulegen und das Loch zu verschließen, muss ich sehr lang bodennah arbeiten.

Arbeite ich mit einem Saatband bekomme ich zum einen perfekte Abstände hin. Zum anderen bin ich schneller fertig. Da freuen sich mein Rücken und die Kniee.

Selbstgemachtes Saatband ist kostengünstig

Viele Pflanzen kann man auf Saatband schon kaufen. Kostet aber auch entsprechend mehr als ein einfaches Samentütchen.

Für selbstgemachtes Saatband brauchst du nur wenige Dinge. Und die hast du wahrscheinlich im Haus. Der größte Kostenfaktor ist das Saatgut.

Für ein selbstgemachtes Saatband brauchst du nicht viel.

Die Anleitung

Zutaten und Werkzeug

  • gewünschtes Saatgut
  • eine Zeitung
  • etwas Mehlkleister
  • Schere
  • Bleistift
  • Lineal
  • eine Braunüle oder einen Pinsel

Arbeitsschritte

Schneide deine Zeitung in ca 2 cm breite Streifen. Ich mache das nur Pi mal Daumen. Es muss weder schnurgerade noch perfekte 2 cm werden. Ich schneide gern zwei Seiten gleichzeitig. Dann passt der untere Strefen perfekt zum oberen Streifen.

Die Papierstreifen erfüllen auch schief und krumm ihren Zweck.

Schreibe unbedingt auf den Streifen, welches Saatgut darauf ist, um spätere Verwechslung zu vermeiden.

Lege dir dein Saatgut zurecht. Am besten in einer kleinen Schüssel. Dort kannst du es am leichtesten herausnehmen und es kullert nicht vom Tisch.

Den Löffel Mehl vermischst du mit dem Löffel Wasser. Das wird dein Mehlkleber. Die Menge eines Esslöffels sollte ausreichen.

Wenn du eine Braunüle hast, dann ziehst du den Mehlkleister dort hinein. Sonst lege dir deinen Pinsel und das Näpfchen mit dem Mehlkleister zurecht.

Lege deinen Streifen Zeitungspapier an das Lineal. Entweder misst du den Abstand genau aus oder machst es wie ich. Mir reicht der Papierstreifen am Lineal zur groben Orientierung.

Abstände abmessen

Streiche mit dem Pinsel oder tropfe mit der Braunüle überall wo kein Samen liegt etwas Mehlkleister hin. Gebe dann jeweils ein Samenkorn auf die feuchte Stelle.

An jede Markierung etwas Mehlkleber.
Samenkorn einlegen
Etwas Mehlkleber in die Zwischenräume

Anschließend legst du einen zweiten Streifen Papier darauf und drückst ihn an. So kann nichts verloren gehen.

Den zweiten Streifen auf das vorbereitete Band legen und andrücken.

Noch ein bisschen trocknen lassen und fertig ist dein Saatband.

Mein selbstgemachtes Saatband ist fertig
Das Saatband ist fertig.

Ich setze mich damit abends vor dem Fernseher. Da sitze ich eh nur rum und kann die Zeit auch noch für etwas produktives nutzen. Spart mir letztlich dann auch wieder Zeit im Garten.

Selbstgemachtes Saatband kannst du auch für große Samen verwenden. Eine Reihe Erbsen zum Beispiel. Dafür solltest du die Papierstreifen aber breiter schneiden. 5 Zentimeter haben sich bei mir gut bewährt.

Wenn dir Zeitungspapier zu steif ist, kannst du auch Toilettenpapier oder Küchenkrepp verwenden.

Nutzt du schon Saatbänder oder säst du ganz klassisch Loch für Loch aus? Schreib es mir in die Kommentare.

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Mehlkleister

Ich liebe Mehlkleister. Er kommt bei uns regelmäßig zum Einsatz. Ob die Kinder ein Plakat für die Schule basteln, der Hamster ein neues Häuschen braucht oder ich Saatband und Anzuchttöpfe für den Garten bastel.

Mehlkleister zum verkleben der Anzuchttoepfe
Meine Anzuchttöpfe halten besser mit etwas Mehlkleister

Mehlkleber ist gut für alle Arten von Papier, Karton und Pappe geeignet.

Da er nur aus Wasser und Mehl besteht, ist er umweltfreundlich und kindersicher. Deswegen ist es auch kein Problem mit Mehlkleister beschmiertes Zeitungspapier in der Erde zu versenken.

Er hat allerdings einen Nachteil. Nach etwa einer Stunde wird er unbrauchbar. Du kannst ihn also nicht auf Vorrat produzieren.

Ich habe einige Rezepte gesehen, die eine Tasse Mehl und eine Tasse Wasser als Mengenangabe haben. Wenn du nicht quadratmeterweise Fläche zu bepinseln hast, dann ist das Zuviel.

Jeweils zwei oder drei Esslöffel Mehl und Wasser ist eine realistische Menge für eine Stunde basteln.

3 Alternative Anzuchttöpfe

Der Januar ist bei mir die Zeit, in der ich anfange, das neue Gartenjahr vorzubereiten. Zum nachhaltigen leben und gärtnern gehört für mich dazu, möglichst wenig Dinge zu kaufen. Es wird also verwendet, was im Haus ist.

Anzuchttöpfe aus Eierkartons

Ich habe fleißig Eierkartons gesammelt, in die ich Samen von schnellwachsenden Pflanzen ausbringe. Da die Eierkartons sehr flach sind, müssen dort die Pflänzchen rein, die keine zu tiefen Wurzeln bilden und zügig ins Beet umziehen können.

Eierkartons für schnellwachsende Pflanzen

Anzuchttöpfe aus Papphülsen

Auch die Papphülsen von Toilettenpapier und Küchenkrepp bekommen einen letzten Job als Anzuchttopf. Ich bekomme die Hülsen allerdings nur schwer gefaltet. Deswegen schneide ich die Hülsen ein und klappe die kurzen Enden dann ein.

Anzuchttöpfe aus Küchenkrepphülse
Aus einer Küchenkrepphülse entstehen drei Anzuchttöpfe

Anzuchttöpfe aus Zeitungspapier

Die meisten Anzuchttöpfe bastel ich aber aus Zeitungspapier und Mehlkleister.

Unterseite meiner Anzuchttöpfe. Durch den Mehlkleber fallen sie nicht auseinander.
Anzuchttöpfe aus Zeitungspapier

Ein schmales Glas wird mit einem doppelt gelegten Streifen Zeitungspapier umwickelt. Das Ende des Streifens bestreiche ich mit Mehlkleister und drücke ihn an. Dann den Streifen über den Glasboden klappen. Auch die letzte Lasche fixiere ich mit dem Mehlkleister.

Der Mehlkleister ist optional. Mir vereinfacht er die Handhabung beim falten. Damit rutscht nix mehr.

Du kennst Mehlkleister noch nicht? Ich finde ihn toll. Du kannst damit mühelos Papier und Pappe kleben. Nimm einen Teil Mehl und einen Teil Wasser und verrühre es. Mir reicht die Menge eines Schnapsglases. Und wenn es mal nicht reichen sollte, ist er auch schnell nachgemacht.

Und dann gibt es noch die Möglichkeit, mit einer Erdballen- bzw. Topfpresse völlig topflos Pflanzen vorzuziehen. Katharina von „Aus dem Garten“ hat dazu einen tollen Artikel geschrieben, den ich dir gern ans Herz legen möchte.

Was verwendest du für die Anzucht? Lass es mich in einem Kommentar wissen.

Gemüsesaatut

Gemüsegarten planen in 6 Schritten

Warum ich meinen Gemüsegarten plane

Den Gemüsegarten planen und nach diesem Plan anzulegen gibt mir einen Überblick und eine bessere Ernte. Natürlich könnte ich einfach ein paar Samentütchen aufreißen, die Samen im Bett ausbringen und schauen, was daraus wird.

Gemüsesaatgut

Aber ohne Plan werde ich nur einen Bruchteil dessen ernten können, was möglich wäre. Denn nicht nur das Wetter sondern auch Pflanzzeit, Fruchtfolge und Beetpartner spielen eine große Rolle für einen hohen Ertrag.

Du kannst meiner Anleitung folgen und so auch einen Plan für dein Gemüsebeet erstellen. Beim ersten Mal ist der Aufwand etwas höher. Schritt eins bis drei muss zum Beispiel später nur noch minimal angepasst werden. Los geht‘s!

Schritt Nummer Eins

Bevor du über deine Beetaufteilung in Angriff nehmen kannst, musst du wissen, was du überhaupt anbauen musst. Du brauchst keinen Rosenkohl anbauen, wenn ihn keiner isst.

Der erste Schritt ist ein Speiseplan. Ich habe mich einen Abend hingesetzt und alles aufgeschrieben, was wir gern kochen. Das hilft, einen Überblick zu bekommen, welches Gemüse überhaupt gegessen wird.

Der Speiseplan hat zwei weitere Vorteile. Erstens stehen wir nicht mehr täglich da und müssen überlegen, was wir essen. Und Zweitens kochen wir wieder abwechslungsreicher. Ich bin auf 35 Gerichte gekommen. Wir könnten also einen ganzen Monat ohne eine Wiederholung kochen.

Schritt Nummer Zwei

Um meinen Gemüsegarten planen zu können, habe ich mir als nächstes angeschaut, von welchem Gemüse wir wieviel essen.

Offenbar sind wir alle große Liebhaber verschiedener Kohlarten. Rotkohl, Weißkohl, Rosenkohl und Kohlrabi sind bei uns am beliebtesten.

Die Tomaten hätte ich dafür fast vernachlässigt. Nur der Mann an meiner Seite ist rohe Tomaten. Allerdings fiel mir ein, dass wir einen hohen Verschleiß an Ketchup und Tomatensauce haben.

Und dann hat auch noch jedes Kind ein Lieblingsgemüse, welches es als Rohkost oder Salat verschlingt. Selleriesalat, Rote Bete, grüne Gurken, Radieschen.

Welches Gemüse brauchst du also?

Schritt Nummer Drei

Jetzt wird es etwas kniffeliger. Wieviel von welchem Gemüse brauchst du pro Woche? Was davon nur frisch und was kannst du als Vorrat anlegen?

Grüne Gurken gehen bei uns immer. Die müssen aber frisch sein. Deswegen ist es für uns ungünstig, wenn die Gurken alle innerhalb von zwei Wochen reif werden.

Diese muss ich also zeitversetzt ausbringen. Wir werden also unser erstes Jahr mit einer Gurkenpflanze pro Woche starten.

Rotkohl benötigen wir zwar etwa 2 Köpfe im Monat. Allerdings können wir den auch einkochen oder zu einem haltbaren Salat verarbeiten. So können ruhig mehrere Köpfe pro Woche reifen und dann in die Sammelverarbeitung wandern.

Es ist also im Vorfeld schon wichtig, dass du weißt, wieviel Gemüse du pro Woche ernten möchtest. Denn nur so kannst du auch die richtige Menge bestimmen, die in die Beete muss.

Schritt Nummer Vier

So weit, so gut. Du hast jetzt einen groben Überblick darüber, wieviel dein Gemüsebeet für die Selbstversorgung abwerfen muss.

Schritt Nummer Vier beinhaltet das Bestimmen der zur Verfügung stehenden Beetfläche. Ich kann dir da nur empfehlen, es mit einem Messwerkzeug auszumessen.

Mit der „Ein Schritt ist ein Meter“-Methode hätten wir tatsächlich 16qm mehr verplant, als wir haben. Nicht gut!

Die Empfehlungen tendieren zu 120 cm breiten Beeten. So kann man von beiden Seiten des Gemüsebeetes bis zur Mitte greifen. Auch Vliese und Netze gibt es meist mit diesem Maß zu kaufen. Dazu kommen noch 30cm Weg. Du kannst also pro Beet mit einer Gesamtbreite von 150cm rechnen.

Wir haben für dieses Jahr erst mal mit 12 m x 4 m gerechnet.

Schritt Nummer Fünf

Damit Pflanzen gut wachsen, gehen sie gern Symbiosen ein. Eine stickstoffliebende Pflanze ist gut bei einer stickstoffbildenden Pflanze aufgehoben. Wogegen zwei stickstoffliebende Pflanzen sich gegenseitig ihren Nährstoff rauben und keine von beiden gut gedeihen wird.

Noch schlimmer ist eine Kombination aus Pflanzen, die Stoffe in die Erde abgeben, die keine von beiden mag. Im besten Fall wachsen sie nur kümmerlich. Wahrscheinlicher ist aber, dass sie eingehen.

Schritt Nummer Fünf lautet also: Finde den richtigen Beetpartner. Dafür musst du zwei Dinge wissen.

Erstens: Welche Pflanzen begünstigen sich? Tomaten und Kartoffeln passen nicht gut zueinander. Tomaten und Basilikum oder Salat sind dagegen perfekte Beetpartner.

Zweitens: Welche Pflanzen sind Schwach-, Mittel- oder Starkzehrer? Gut ist es, wenn du Schwach- und Starkzehrer bzw. zwei Mittelzehrer kombinierst. Geht das nicht, musst du später mit Düngung etwas nachhelfen.

Schritt Nummer Sechs

Nimm ein Blatt Papier und male darauf grob deinen Garten und die Beetflächen. Liegt eine Fläche im Schatten, Halbschatten oder in der Vollsonne? Markiere die Flächen entsprechend ihrer Sonneneinstrahlung. Die meisten Gemüsearten sind sonnenliebend.

Wenn du gut zeichnen kannst, kannst du das Gemüse und seine gedachte Anordnung in die Beete zeichnen. Ich bin leider mit Stiften nicht sehr begabt. Deswegen habe ich auf die Beetflächen geschrieben: „Rotkohl, dazwischen Erbsen“ oder „Tomaten, dazwischen halbes Beet Feldsalat, viertel Beet Petersilie, viertel Beet Basilikum“

Das war schon alles

Und gar nicht so schwer, wie zu Anfang gedacht, oder? Jetzt weißt du, wie du einen Gemüsegarten planen kannst. Hebe dir diesen Plan gut auf.

Wie bereits geschrieben, brauchen Schritt eins bis vier in den Folgejahren wahrscheinlich nur noch kleine Anpassungen.

Schritt fünf muss nicht wiederholt werden. Hebe dir deine Notizen zu den geeigneten Beetpartnern auf. Du kannst da auch experimentieren und die Kombination verändern.

Schritt sechs muss jedes Jahr gemacht werden. Hier solltest du auf Fruchtfolge achten. Durch Wechsel auf den Beeten gibst du Krankheiten und Schädlingen keine Chance wieder zuschlagen zu können.

Bist du beim Gemüsegarten planen auch so vorgegangen oder hast du doch eine ganz andere Strategie angewandt? Lasse mich doch in einem Kommentar wissen, ob und wie du deinen Gemüseanbau geplant hast.

Unser kleiner Kleingarten

Im Juli 2019 haben wir in einen Kleingarten gepachtet. Er lag bereits das dritte Jahr brach. Alles wuchs wild. Ich fand das wunderschön. Der Mann an meiner Seite nicht so sehr.

Der Kleingarten von vorn bei der ersten Besichtigung

Der Kleingarten zum Beginn

Im Kleingarten hatten sich allerlei Blumen und Wildkräuter breit gemacht. Zu unserer ersten Besichtigung blühte bereits der Mohn überall. Auch Wicken, Kamille und Goldrute gab es in großen Mengen.

Später kam noch Jungfer im Grünen sowie Garten-Ringelblumen dazu. Das sind die am häufigsten vertretenen Pflanzen in unserem Garten. Sie haben auch schön kräftig ausgesamt. Wir werden wohl noch viele Jahre etwas von ihnen haben.

Blick aus Höhe der Laube in Richtung Gartentor

Was uns erwartet

Unser Kleingarten soll bereits im Frühjahr wie verrückt blühen. Mehrere Vereinsmitglieder berichteten unabhängig voneinander von einem Tulpenmeer. Sie kündigten uns Krokusse, Schneeglöckchen und Tulpen an.

Bei den ersten Beetvorbereitungen konnten wir uns auch schon davon überzeugen. Wenn wir etwas ausgebuddelt haben, dann kamen auch immer diverse Blumenzwiebeln zum Vorschein. Wenn wir diese dann wieder eingraben wollten, kamen uns mit jeder Schaufel Erde noch mehr davon entgegen. Ich bin schon gespannt, wie bunt unser Garten im Frühjahr erstrahlen wird.

Der grobe Plan

Wir haben den Kleingarten halbiert. Der Mann an einer meiner Seite mag es ordentlich. Ich bin mehr für wachsen lassen. Er kann auf seiner Seite Gemüsebeete anlegen. Mit Richtschnur gezogen und unkrautfrei. Auf meiner Seite wird es dafür blühen. Futter für die Insekten. Und für uns Menschen was fürs Auge.

Geplant ist unter anderem ein Sandarium, ein Magerbeet, ein Totholzhaufen, viele einheimische und gute Trachtpflanzen für Hummeln, Bienen und Co. Ausserdem ein Hummelhaus. Und bestimmt finde ich noch mehr Dinge, die ich gern integrieren möchte.

Selbstversorgung?

Während meiner ganzen Planung habe ich auch die Idee der Selbstversorgung entdeckt. Zumindest mit Obst und Gemüse könnten wir uns wahrscheinlich schon gut eindecken. Wenn wir es richtig angehen. Ob uns dabei rund 120qm reichen wird die Zeit zeigen. Vielleicht müssen wir später einen Teil meiner Blumenseite noch umfunktionieren.

Wie sieht denn eigentlich deine aktuelle Gartenplanung aus? Hast du schon einen Anbauplan fürs neue Jahr fertig? Wieviel Platz brauchst du für die Gemüsebeete und wieviel Esser versorgst du damit?