Gemüsegarten planen in 6 Schritten

Warum ich meinen Gemüsegarten plane

Den Gemüsegarten planen und nach diesem Plan anzulegen gibt mir einen Überblick und eine bessere Ernte. Natürlich könnte ich einfach ein paar Samentütchen aufreißen, die Samen im Bett ausbringen und schauen, was daraus wird.

Gemüsesaatgut

Aber ohne Plan werde ich nur einen Bruchteil dessen ernten können, was möglich wäre. Denn nicht nur das Wetter sondern auch Pflanzzeit, Fruchtfolge und Beetpartner spielen eine große Rolle für einen hohen Ertrag.

Du kannst meiner Anleitung folgen und so auch einen Plan für dein Gemüsebeet erstellen. Beim ersten Mal ist der Aufwand etwas höher. Schritt eins bis drei muss zum Beispiel später nur noch minimal angepasst werden. Los geht‘s!

Schritt Nummer Eins

Bevor du über deine Beetaufteilung in Angriff nehmen kannst, musst du wissen, was du überhaupt anbauen musst. Du brauchst keinen Rosenkohl anbauen, wenn ihn keiner isst.

Der erste Schritt ist ein Speiseplan. Ich habe mich einen Abend hingesetzt und alles aufgeschrieben, was wir gern kochen. Das hilft, einen Überblick zu bekommen, welches Gemüse überhaupt gegessen wird.

Der Speiseplan hat zwei weitere Vorteile. Erstens stehen wir nicht mehr täglich da und müssen überlegen, was wir essen. Und Zweitens kochen wir wieder abwechslungsreicher. Ich bin auf 35 Gerichte gekommen. Wir könnten also einen ganzen Monat ohne eine Wiederholung kochen.

Schritt Nummer Zwei

Um meinen Gemüsegarten planen zu können, habe ich mir als nächstes angeschaut, von welchem Gemüse wir wieviel essen.

Offenbar sind wir alle große Liebhaber verschiedener Kohlarten. Rotkohl, Weißkohl, Rosenkohl und Kohlrabi sind bei uns am beliebtesten.

Die Tomaten hätte ich dafür fast vernachlässigt. Nur der Mann an meiner Seite ist rohe Tomaten. Allerdings fiel mir ein, dass wir einen hohen Verschleiß an Ketchup und Tomatensauce haben.

Und dann hat auch noch jedes Kind ein Lieblingsgemüse, welches es als Rohkost oder Salat verschlingt. Selleriesalat, Rote Bete, grüne Gurken, Radieschen.

Welches Gemüse brauchst du also?

Schritt Nummer Drei

Jetzt wird es etwas kniffeliger. Wieviel von welchem Gemüse brauchst du pro Woche? Was davon nur frisch und was kannst du als Vorrat anlegen?

Grüne Gurken gehen bei uns immer. Die müssen aber frisch sein. Deswegen ist es für uns ungünstig, wenn die Gurken alle innerhalb von zwei Wochen reif werden.

Diese muss ich also zeitversetzt ausbringen. Wir werden also unser erstes Jahr mit einer Gurkenpflanze pro Woche starten.

Rotkohl benötigen wir zwar etwa 2 Köpfe im Monat. Allerdings können wir den auch einkochen oder zu einem haltbaren Salat verarbeiten. So können ruhig mehrere Köpfe pro Woche reifen und dann in die Sammelverarbeitung wandern.

Es ist also im Vorfeld schon wichtig, dass du weißt, wieviel Gemüse du pro Woche ernten möchtest. Denn nur so kannst du auch die richtige Menge bestimmen, die in die Beete muss.

Schritt Nummer Vier

So weit, so gut. Du hast jetzt einen groben Überblick darüber, wieviel dein Gemüsebeet für die Selbstversorgung abwerfen muss.

Schritt Nummer Vier beinhaltet das Bestimmen der zur Verfügung stehenden Beetfläche. Ich kann dir da nur empfehlen, es mit einem Messwerkzeug auszumessen.

Mit der „Ein Schritt ist ein Meter“-Methode hätten wir tatsächlich 16qm mehr verplant, als wir haben. Nicht gut!

Die Empfehlungen tendieren zu 120 cm breiten Beeten. So kann man von beiden Seiten des Gemüsebeetes bis zur Mitte greifen. Auch Vliese und Netze gibt es meist mit diesem Maß zu kaufen. Dazu kommen noch 30cm Weg. Du kannst also pro Beet mit einer Gesamtbreite von 150cm rechnen.

Wir haben für dieses Jahr erst mal mit 12 m x 4 m gerechnet.

Schritt Nummer Fünf

Damit Pflanzen gut wachsen, gehen sie gern Symbiosen ein. Eine stickstoffliebende Pflanze ist gut bei einer stickstoffbildenden Pflanze aufgehoben. Wogegen zwei stickstoffliebende Pflanzen sich gegenseitig ihren Nährstoff rauben und keine von beiden gut gedeihen wird.

Noch schlimmer ist eine Kombination aus Pflanzen, die Stoffe in die Erde abgeben, die keine von beiden mag. Im besten Fall wachsen sie nur kümmerlich. Wahrscheinlicher ist aber, dass sie eingehen.

Schritt Nummer Fünf lautet also: Finde den richtigen Beetpartner. Dafür musst du zwei Dinge wissen.

Erstens: Welche Pflanzen begünstigen sich? Tomaten und Kartoffeln passen nicht gut zueinander. Tomaten und Basilikum oder Salat sind dagegen perfekte Beetpartner.

Zweitens: Welche Pflanzen sind Schwach-, Mittel- oder Starkzehrer? Gut ist es, wenn du Schwach- und Starkzehrer bzw. zwei Mittelzehrer kombinierst. Geht das nicht, musst du später mit Düngung etwas nachhelfen.

Schritt Nummer Sechs

Nimm ein Blatt Papier und male darauf grob deinen Garten und die Beetflächen. Liegt eine Fläche im Schatten, Halbschatten oder in der Vollsonne? Markiere die Flächen entsprechend ihrer Sonneneinstrahlung. Die meisten Gemüsearten sind sonnenliebend.

Wenn du gut zeichnen kannst, kannst du das Gemüse und seine gedachte Anordnung in die Beete zeichnen. Ich bin leider mit Stiften nicht sehr begabt. Deswegen habe ich auf die Beetflächen geschrieben: „Rotkohl, dazwischen Erbsen“ oder „Tomaten, dazwischen halbes Beet Feldsalat, viertel Beet Petersilie, viertel Beet Basilikum“

Das war schon alles

Und gar nicht so schwer, wie zu Anfang gedacht, oder? Jetzt weißt du, wie du einen Gemüsegarten planen kannst. Hebe dir diesen Plan gut auf.

Wie bereits geschrieben, brauchen Schritt eins bis vier in den Folgejahren wahrscheinlich nur noch kleine Anpassungen.

Schritt fünf muss nicht wiederholt werden. Hebe dir deine Notizen zu den geeigneten Beetpartnern auf. Du kannst da auch experimentieren und die Kombination verändern.

Schritt sechs muss jedes Jahr gemacht werden. Hier solltest du auf Fruchtfolge achten. Durch Wechsel auf den Beeten gibst du Krankheiten und Schädlingen keine Chance wieder zuschlagen zu können.

Bist du beim Gemüsegarten planen auch so vorgegangen oder hast du doch eine ganz andere Strategie angewandt? Lasse mich doch in einem Kommentar wissen, ob und wie du deinen Gemüseanbau geplant hast.

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