Wilde Möhre – Portrait

Wilde Möhre Grundlagen

Wissenschaftlicher Name: Daucus carota

Die Wilde Möhre ist ein Elternteil unserer heutigen Kulturmöhre, welche durch Einkreuzungen entstanden ist. Ihren Namen hat sie durch die sogenannte Möhrenblüte bzw. Mohrenblüte.

Dabei handelt es sich um einen dunklen Fleck in der sonst weißen Doldenblüte. Dieser Fleck dient dazu, Insekten anzulocken in dem er vorgaukelt, ein bereits niedergelassenes Insekt zu sein.

Wilde Möhren sind zweijährig. Im ersten Jahr sieht man von ihr lediglich eine dichte Rosette aus gefiederten Blättern. Erst im zweiten Jahr zeigt sie ihre Blüte.

Wenn du die Möhre erntest, kannst du sehen, dass sie nicht die Farbe unserer Gartenmöhren hat. Sie enthält deutlich weniger Karotin und gleicht deswegen farblich eher der Wurzel von Petersilie.

Merkmale

  • Jährigkeit: 2-jährig
  • Höhe: 30 bis 90 Zentimeter
  • Floristischer Status: Heimisch
  • Blütenform: Dolde
  • Blütenfarbe: Weiß mit dunklen Fleck in der Mitte
  • Blühzeit: Juni bis September

Pflege

Die Wilde Möhre mag es vor allem sonnig und einen kalkhaltigen, trockenen Boden. Allerdings passt sie sich sehr gut auch anderen Bodenerhältnissen an und kann daher gut im Staudenbeet angepflanzt werden.

Da Wilde Möhre kaum vorgezogen im Handel zu bekommen ist, ist die eigene Anzucht aus gesammelten oder gekauften Samen nötig. Sie ist ein Kaltkeimer. Um zur Keimung zu kommen benötigen die Samen für einen längeren Zeitraum Temperaturen um 5° C. Ich sammle die Samen immer ab und bringe sie direkt am nächsten gewünschten Standort aus. So können sie die winterliche Kälteperiode mitmachen.

Anzucht

Wenn du lieber vorgezogene Pflänzchen setzen möchtest, dann gib die Samen für zwei Wochen in den Kühlschank. Wenn die Anzuchttöpfe in einem windgeschützten Raum stehen, kannst du sie auf die Erde legen und angießen.

Im Freien ist es besser, die Samen mit ein wenig Erde zu bedecken. So vermeidest du, dass der Wind sie verweht. Ins Beet solltest du sie dann mit einem Abstand von rund 40 cm pflanzen. Bis zur Keimung solltest du die Erde feucht halten.

Vermehrung

Viel zu tun ist hier nicht. Wenn du gern die Kontrolle behältst, lässt du nur ein paar wenige Blüten mit Samenanlage stehen und sammelst das Saatgut rechtzeitig ein. Das wäre auch mein Tipp. Denn es ist eine Pflanze, die sich leicht und schnell vermehrt. Wenn du ihr die Freiheit gibst, sich selbstständig zu vermehren, wird sie das garantiert tun.

Nutzung

Im Beet

Du kannst die Wilde Möhre gut im Staudenbeet einsetzen. Durch ihre weiße Blüte passt sie farblich überall hin.

Als Nahrung

Wenn du die Möhre essen möchtest, solltest du sie vor der Blüte ernten. Mit Beginn der Blütenbildung verholzt die Möhre. Während die Möhre im ersten Jahr noch sehr mild ist, wird sie mit zunehmenden Alter würziger und schärfer. Wir verwenden sie gern überall dort, wo auch Suppengrün zum Einsatz kommt. Im Schmorgemüse gibt sie der Sauce einen Extra-Kick. Du kannst sie aber auch roh essen.

Als Heilkraut

Die Wilde Möhre kann für eine Vielzahl von Beschwerden eingesetzt werden. So wird ihr unter anderem zugeschrieben, positiv auf die Regulation des Blutzuckers zu wirken. Das in ihr enthaltene Pektin kann Durchfall lindern. Die Samen kommen zum Einsatz, um die Harnwege durchspülen zu können. 

Als Bienenweide

Nektarwert: 2 (mittel)

Pollenwert: 2 (mittel)

Vor allem für die Sandbienen Andrena pallitarsis und Andrena nitidiuscula ist die Wilde Möhre die Hauptpollenquelle. Aber nicht nur diese beiden Arten profitieren von der Wilden Möhre. Auch viele andere Wildbienen sowie Hummeln, Käfer und Schmetterlinge laben sich an ihr.

Als Futterpflanze

Die Blätter der Wilden Möhre sind die Hauptnahrungsquelle für die Raupen des Schwalbenschwanzes. Falls du Dill, Fenchel und Gartenmöhren in deinem Garten hast und diese nicht von den Raupen angeknabbert haben möchtest, bietest du mit der Wilden Möhre eine perfekte Alternative.

Der Schwalbenschwanz legt seine Eier bodennah bei den Blättern ab. Du kannst also unbesorgt die verwelkten Blütenköpfe entfernen um eine unkontrollierte Verbreitung im Garten zu verhindern.

Gemüsesaatut

Gemüsegarten planen in 6 Schritten

Warum ich meinen Gemüsegarten plane

Den Gemüsegarten planen und nach diesem Plan anzulegen gibt mir einen Überblick und eine bessere Ernte. Natürlich könnte ich einfach ein paar Samentütchen aufreißen, die Samen im Bett ausbringen und schauen, was daraus wird.

Gemüsesaatgut

Aber ohne Plan werde ich nur einen Bruchteil dessen ernten können, was möglich wäre. Denn nicht nur das Wetter sondern auch Pflanzzeit, Fruchtfolge und Beetpartner spielen eine große Rolle für einen hohen Ertrag.

Du kannst meiner Anleitung folgen und so auch einen Plan für dein Gemüsebeet erstellen. Beim ersten Mal ist der Aufwand etwas höher. Schritt eins bis drei muss zum Beispiel später nur noch minimal angepasst werden. Los geht‘s!

Schritt Nummer Eins

Bevor du über deine Beetaufteilung in Angriff nehmen kannst, musst du wissen, was du überhaupt anbauen musst. Du brauchst keinen Rosenkohl anbauen, wenn ihn keiner isst.

Der erste Schritt ist ein Speiseplan. Ich habe mich einen Abend hingesetzt und alles aufgeschrieben, was wir gern kochen. Das hilft, einen Überblick zu bekommen, welches Gemüse überhaupt gegessen wird.

Der Speiseplan hat zwei weitere Vorteile. Erstens stehen wir nicht mehr täglich da und müssen überlegen, was wir essen. Und Zweitens kochen wir wieder abwechslungsreicher. Ich bin auf 35 Gerichte gekommen. Wir könnten also einen ganzen Monat ohne eine Wiederholung kochen.

Schritt Nummer Zwei

Um meinen Gemüsegarten planen zu können, habe ich mir als nächstes angeschaut, von welchem Gemüse wir wieviel essen.

Offenbar sind wir alle große Liebhaber verschiedener Kohlarten. Rotkohl, Weißkohl, Rosenkohl und Kohlrabi sind bei uns am beliebtesten.

Die Tomaten hätte ich dafür fast vernachlässigt. Nur der Mann an meiner Seite ist rohe Tomaten. Allerdings fiel mir ein, dass wir einen hohen Verschleiß an Ketchup und Tomatensauce haben.

Und dann hat auch noch jedes Kind ein Lieblingsgemüse, welches es als Rohkost oder Salat verschlingt. Selleriesalat, Rote Bete, grüne Gurken, Radieschen.

Welches Gemüse brauchst du also?

Schritt Nummer Drei

Jetzt wird es etwas kniffeliger. Wieviel von welchem Gemüse brauchst du pro Woche? Was davon nur frisch und was kannst du als Vorrat anlegen?

Grüne Gurken gehen bei uns immer. Die müssen aber frisch sein. Deswegen ist es für uns ungünstig, wenn die Gurken alle innerhalb von zwei Wochen reif werden.

Diese muss ich also zeitversetzt ausbringen. Wir werden also unser erstes Jahr mit einer Gurkenpflanze pro Woche starten.

Rotkohl benötigen wir zwar etwa 2 Köpfe im Monat. Allerdings können wir den auch einkochen oder zu einem haltbaren Salat verarbeiten. So können ruhig mehrere Köpfe pro Woche reifen und dann in die Sammelverarbeitung wandern.

Es ist also im Vorfeld schon wichtig, dass du weißt, wieviel Gemüse du pro Woche ernten möchtest. Denn nur so kannst du auch die richtige Menge bestimmen, die in die Beete muss.

Schritt Nummer Vier

So weit, so gut. Du hast jetzt einen groben Überblick darüber, wieviel dein Gemüsebeet für die Selbstversorgung abwerfen muss.

Schritt Nummer Vier beinhaltet das Bestimmen der zur Verfügung stehenden Beetfläche. Ich kann dir da nur empfehlen, es mit einem Messwerkzeug auszumessen.

Mit der „Ein Schritt ist ein Meter“-Methode hätten wir tatsächlich 16qm mehr verplant, als wir haben. Nicht gut!

Die Empfehlungen tendieren zu 120 cm breiten Beeten. So kann man von beiden Seiten des Gemüsebeetes bis zur Mitte greifen. Auch Vliese und Netze gibt es meist mit diesem Maß zu kaufen. Dazu kommen noch 30cm Weg. Du kannst also pro Beet mit einer Gesamtbreite von 150cm rechnen.

Wir haben für dieses Jahr erst mal mit 12 m x 4 m gerechnet.

Schritt Nummer Fünf

Damit Pflanzen gut wachsen, gehen sie gern Symbiosen ein. Eine stickstoffliebende Pflanze ist gut bei einer stickstoffbildenden Pflanze aufgehoben. Wogegen zwei stickstoffliebende Pflanzen sich gegenseitig ihren Nährstoff rauben und keine von beiden gut gedeihen wird.

Noch schlimmer ist eine Kombination aus Pflanzen, die Stoffe in die Erde abgeben, die keine von beiden mag. Im besten Fall wachsen sie nur kümmerlich. Wahrscheinlicher ist aber, dass sie eingehen.

Schritt Nummer Fünf lautet also: Finde den richtigen Beetpartner. Dafür musst du zwei Dinge wissen.

Erstens: Welche Pflanzen begünstigen sich? Tomaten und Kartoffeln passen nicht gut zueinander. Tomaten und Basilikum oder Salat sind dagegen perfekte Beetpartner.

Zweitens: Welche Pflanzen sind Schwach-, Mittel- oder Starkzehrer? Gut ist es, wenn du Schwach- und Starkzehrer bzw. zwei Mittelzehrer kombinierst. Geht das nicht, musst du später mit Düngung etwas nachhelfen.

Schritt Nummer Sechs

Nimm ein Blatt Papier und male darauf grob deinen Garten und die Beetflächen. Liegt eine Fläche im Schatten, Halbschatten oder in der Vollsonne? Markiere die Flächen entsprechend ihrer Sonneneinstrahlung. Die meisten Gemüsearten sind sonnenliebend.

Wenn du gut zeichnen kannst, kannst du das Gemüse und seine gedachte Anordnung in die Beete zeichnen. Ich bin leider mit Stiften nicht sehr begabt. Deswegen habe ich auf die Beetflächen geschrieben: „Rotkohl, dazwischen Erbsen“ oder „Tomaten, dazwischen halbes Beet Feldsalat, viertel Beet Petersilie, viertel Beet Basilikum“

Das war schon alles

Und gar nicht so schwer, wie zu Anfang gedacht, oder? Jetzt weißt du, wie du einen Gemüsegarten planen kannst. Hebe dir diesen Plan gut auf.

Wie bereits geschrieben, brauchen Schritt eins bis vier in den Folgejahren wahrscheinlich nur noch kleine Anpassungen.

Schritt fünf muss nicht wiederholt werden. Hebe dir deine Notizen zu den geeigneten Beetpartnern auf. Du kannst da auch experimentieren und die Kombination verändern.

Schritt sechs muss jedes Jahr gemacht werden. Hier solltest du auf Fruchtfolge achten. Durch Wechsel auf den Beeten gibst du Krankheiten und Schädlingen keine Chance wieder zuschlagen zu können.

Bist du beim Gemüsegarten planen auch so vorgegangen oder hast du doch eine ganz andere Strategie angewandt? Lasse mich doch in einem Kommentar wissen, ob und wie du deinen Gemüseanbau geplant hast.

Unser kleiner Kleingarten

Im Juli 2019 haben wir in einen Kleingarten gepachtet. Er lag bereits das dritte Jahr brach. Alles wuchs wild. Ich fand das wunderschön. Der Mann an meiner Seite nicht so sehr.

Der Kleingarten von vorn bei der ersten Besichtigung

Der Kleingarten zum Beginn

Im Kleingarten hatten sich allerlei Blumen und Wildkräuter breit gemacht. Zu unserer ersten Besichtigung blühte bereits der Mohn überall. Auch Wicken, Kamille und Goldrute gab es in großen Mengen.

Später kam noch Jungfer im Grünen sowie Garten-Ringelblumen dazu. Das sind die am häufigsten vertretenen Pflanzen in unserem Garten. Sie haben auch schön kräftig ausgesamt. Wir werden wohl noch viele Jahre etwas von ihnen haben.

Blick aus Höhe der Laube in Richtung Gartentor

Was uns erwartet

Unser Kleingarten soll bereits im Frühjahr wie verrückt blühen. Mehrere Vereinsmitglieder berichteten unabhängig voneinander von einem Tulpenmeer. Sie kündigten uns Krokusse, Schneeglöckchen und Tulpen an.

Bei den ersten Beetvorbereitungen konnten wir uns auch schon davon überzeugen. Wenn wir etwas ausgebuddelt haben, dann kamen auch immer diverse Blumenzwiebeln zum Vorschein. Wenn wir diese dann wieder eingraben wollten, kamen uns mit jeder Schaufel Erde noch mehr davon entgegen. Ich bin schon gespannt, wie bunt unser Garten im Frühjahr erstrahlen wird.

Der grobe Plan

Wir haben den Kleingarten halbiert. Der Mann an einer meiner Seite mag es ordentlich. Ich bin mehr für wachsen lassen. Er kann auf seiner Seite Gemüsebeete anlegen. Mit Richtschnur gezogen und unkrautfrei. Auf meiner Seite wird es dafür blühen. Futter für die Insekten. Und für uns Menschen was fürs Auge.

Geplant ist unter anderem ein Sandarium, ein Magerbeet, ein Totholzhaufen, viele einheimische und gute Trachtpflanzen für Hummeln, Bienen und Co. Ausserdem ein Hummelhaus. Und bestimmt finde ich noch mehr Dinge, die ich gern integrieren möchte.

Selbstversorgung?

Während meiner ganzen Planung habe ich auch die Idee der Selbstversorgung entdeckt. Zumindest mit Obst und Gemüse könnten wir uns wahrscheinlich schon gut eindecken. Wenn wir es richtig angehen. Ob uns dabei rund 120qm reichen wird die Zeit zeigen. Vielleicht müssen wir später einen Teil meiner Blumenseite noch umfunktionieren.

Wie sieht denn eigentlich deine aktuelle Gartenplanung aus? Hast du schon einen Anbauplan fürs neue Jahr fertig? Wieviel Platz brauchst du für die Gemüsebeete und wieviel Esser versorgst du damit?