Warum dein Insektenhotel nicht ausgebucht ist – Bambusröhrchen

Vor etwa einer Woche habe ich eine Frage auf Instagram gestellt bekommen, für die in den Kommentaren einfach zu wenig Platz gewesen wäre. Das Thema Bienen- oder Insektenhotel richtig einzurichten ist sehr umfangreich. Ich habe versprochen, dass ich daraus eine kleine Miniserie erarbeiten werde. Nun ist es soweit. Im ersten Teil möchte ich auf die Bambusröhrchen eingehen.

Die folgende Liste zeigt dir, welche Elemente in der nächsten Zeit hinzukommen werden:

  • Äste mit Bohrungen
  • Zapfen
  • Lochziegel
  • Holzwolle
  • Hackschnitzel
  • Schmetterlingskasten
  • Umgebung

Bambusröhrchen

Vorweg möchte ich sagen, dass die Bambusröhrchen toll sind. Es reicht nur nicht, sie zu zersägen und in das Hotel zu legen.

Was man im Handel findet

Neulich hatte ich hatte ich in einem Discounter eine kleines Hotel in der Hand. Es war wabenförmig aufgebaut und gefüllt mit Bambusröhrchen. Ich hoffe ja immer, dass ein Hersteller doch verstanden hat, dass nur ein gutes Hotel Sinn macht. Deshalb schaue ich mir immer alles an, was ich sehe.

In diesem Fall war aber wieder nur auf billig getrimmt. Bambus geschnitten, Wabe gefüllt, Hasendraht davor befestigt und fertig.

Und leider ist das auch bei 99% der Insektenhotels aus dem Baumarkt oder von Amazon so. Schnell und billigst hergestellter Müll. Ja, wirklich reiner Müll.

Ein gutes Insektenhotel braucht eine sorgfältige Verarbeitung des richtigen Materials. Das kostet Zeit und Geld. Dafür hat man dann aber auch ein Insektenhotel, welches viele Jahre großen Nutzen für Mensch und Tier bringt.

Fehlerbilder

Die im folgenden aufgelisteten Fehler sind die, die du auch leicht selbst prüfen kannst um zu entscheiden, ob ein Insektenhotel gut oder schlecht ist.

Fehler Nummer Eins

Produktbild eines Insektenhotels.
Produktbild eines Insektenhotel – Herstellers

Die Röhrchen sind zerfranst. Die abstehenden Fasern können leider die Flügel der Bienen verletzten. Deswegen meiden Bienen solche Röhrchen und wählen lieber eines aus, das einen sauberen Eingang hat.

Was du tun kannst: Mit etwas Sandpapier kannst du den Eingang glätten. Stehen innen auch Fasern ab, kannst du sie mit einer feinen Rundfeile entfernen.

Fehler Nummer zwei

Die Bambusröhrchen sind am Ende offen. Ist das Ende offen, liegt die erste Brutzelle ungeschützt. Da die meisten Bienen vorhandene Hohlräume nutzen, hat die Natur nicht vorgesehen, dass sie das Ende selbstverschließt. Sie sucht sich also lieber eine geeignetere Brutröhre.

Was du tun kannst: Entweder ist am Ende ein zugewachsener Knoten oder du musst sie händisch mit Lehm oder Gips verschließen.

Fehler Nummer Drei

Das Röhrchen ist durch einen Knoten zu kurz. Ich habe es tatsächlich schon von mehreren Herstellern gesehen, dass wahllos ein Bambusstab in gleichgroße Teile zersägt wurde. Da kann es dann auch passieren, dass der Knoten das Röhrchen auf die Hälfte oder noch weniger, verkürzt. Leider ist es nicht egal, wie lang das Röhrchen ist. Denn hinten legt die Biene die weiblichen Brutzellen ab. Zum Eingang hin dann die männlichen. Um das Gleichgewicht zu halten und vor allem um die Wildbienen wieder zu vermehren, brauchen wir möglichst viele weibliche Brutzellen.

Was du tun kannst: Sollte ein Röhrchen durch einen Knoten zu früh verschlossen sein, kannst du es entweder aussortieren oder du bohrst es mit einem Holzbohrer vorsichtig auf. Anschließend bitte mit einer Rundfeile das Bohrloch glätten.

Fehler Nummer vier

Die Röhrchen sind zu groß. Für den Hersteller ist es billiger, den Platz mit dicken Röhrchen zu füllen.

Ein großer Eingang heißt aber für eine Biene auch immer viel Arbeit. Nicht nur um den Eingang zu verschließen, sondern auch, um die Brutkammern voneinander zu trennen.

Bei einem großen Durchmesser muss die Biene viel mehr Baumaterial heranschaffen. Das kostet sie Zeit und Energie, welche ihr dann für das Anlegen weiterer Brutkammern fehlen würde.

Der ideale Durchmesser liegt bei 3-12 mm. Alles darüber ist zu groß.

Was du tun kannst: Entferne die Bambusstäbe mit zu großen Durchmessern und ersetze sie durch dünnere.

Fehler Nummer Fünf

Die Bambusröhrchen sind gerissen. Auf dem Bild bei Fehler Nummer Drei sieht man es gut. Das fast mittige Röhrchen hat einen Riss.

Damit würde die Brutzelle ungeschützt liegen. Leicht angreifbar von Parasiten. Temperatur- und Luftfeuchtigkeitsschwankungen ausgesetzt sein. Keine Biene wird so ein Röhrchen besiedeln.

Selbstgemachtes Saatband – schnell und einfach aussäen

Selbstgemachtes Saatband – Warum?

Es vereinfacht die Aussaat

Das neue Jahr ist schon wieder zu einem Zwölftel vorbei. Die Tage werden wieder länger. Die ersten Gärtnerinnen haben schon mit der Fensterbankanzucht begonnen.

Manche Samen dürfen aber auch direkt ins Freiland. Ich möchte dieses Jahr zum Beispiel gern Zwiebeln anbauen. Dafür habe ich mir Samen der Sorte „Stuttgarter Riesen“ gekauft.

Zwiebelsamen sind sehr klein. Genau wie viele andere Samen. Ich habe mehrere Möglichkeiten, um sie in die Erde zu bringen. Entweder als Wurfsaat mit späteren Verziehen. Oder in Reih und Glied.

Mir ist letzteres lieber. Ich hätte gern ein oder zwei Reihen Zwiebeln. Wir brauchen ziemlich viel davon.

Um die Abstände am Beet auszumessen, das Saatloch zu stechen, Samen einzulegen und das Loch zu verschließen, muss ich sehr lang bodennah arbeiten.

Arbeite ich mit einem Saatband bekomme ich zum einen perfekte Abstände hin. Zum anderen bin ich schneller fertig. Da freuen sich mein Rücken und die Kniee.

Selbstgemachtes Saatband ist kostengünstig

Viele Pflanzen kann man auf Saatband schon kaufen. Kostet aber auch entsprechend mehr als ein einfaches Samentütchen.

Für selbstgemachtes Saatband brauchst du nur wenige Dinge. Und die hast du wahrscheinlich im Haus. Der größte Kostenfaktor ist das Saatgut.

Für ein selbstgemachtes Saatband brauchst du nicht viel.

Die Anleitung

Zutaten und Werkzeug

  • gewünschtes Saatgut
  • eine Zeitung
  • etwas Mehlkleister
  • Schere
  • Bleistift
  • Lineal
  • eine Braunüle oder einen Pinsel

Arbeitsschritte

Schneide deine Zeitung in ca 2 cm breite Streifen. Ich mache das nur Pi mal Daumen. Es muss weder schnurgerade noch perfekte 2 cm werden. Ich schneide gern zwei Seiten gleichzeitig. Dann passt der untere Strefen perfekt zum oberen Streifen.

Die Papierstreifen erfüllen auch schief und krumm ihren Zweck.

Schreibe unbedingt auf den Streifen, welches Saatgut darauf ist, um spätere Verwechslung zu vermeiden.

Lege dir dein Saatgut zurecht. Am besten in einer kleinen Schüssel. Dort kannst du es am leichtesten herausnehmen und es kullert nicht vom Tisch.

Den Löffel Mehl vermischst du mit dem Löffel Wasser. Das wird dein Mehlkleber. Die Menge eines Esslöffels sollte ausreichen.

Wenn du eine Braunüle hast, dann ziehst du den Mehlkleister dort hinein. Sonst lege dir deinen Pinsel und das Näpfchen mit dem Mehlkleister zurecht.

Lege deinen Streifen Zeitungspapier an das Lineal. Entweder misst du den Abstand genau aus oder machst es wie ich. Mir reicht der Papierstreifen am Lineal zur groben Orientierung.

Abstände abmessen

Streiche mit dem Pinsel oder tropfe mit der Braunüle überall wo kein Samen liegt etwas Mehlkleister hin. Gebe dann jeweils ein Samenkorn auf die feuchte Stelle.

An jede Markierung etwas Mehlkleber.
Samenkorn einlegen
Etwas Mehlkleber in die Zwischenräume

Anschließend legst du einen zweiten Streifen Papier darauf und drückst ihn an. So kann nichts verloren gehen.

Den zweiten Streifen auf das vorbereitete Band legen und andrücken.

Noch ein bisschen trocknen lassen und fertig ist dein Saatband.

Mein selbstgemachtes Saatband ist fertig
Das Saatband ist fertig.

Ich setze mich damit abends vor dem Fernseher. Da sitze ich eh nur rum und kann die Zeit auch noch für etwas produktives nutzen. Spart mir letztlich dann auch wieder Zeit im Garten.

Selbstgemachtes Saatband kannst du auch für große Samen verwenden. Eine Reihe Erbsen zum Beispiel. Dafür solltest du die Papierstreifen aber breiter schneiden. 5 Zentimeter haben sich bei mir gut bewährt.

Wenn dir Zeitungspapier zu steif ist, kannst du auch Toilettenpapier oder Küchenkrepp verwenden.

Nutzt du schon Saatbänder oder säst du ganz klassisch Loch für Loch aus? Schreib es mir in die Kommentare.

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Mehlkleister

Ich liebe Mehlkleister. Er kommt bei uns regelmäßig zum Einsatz. Ob die Kinder ein Plakat für die Schule basteln, der Hamster ein neues Häuschen braucht oder ich Saatband und Anzuchttöpfe für den Garten bastel.

Mehlkleister zum verkleben der Anzuchttoepfe
Meine Anzuchttöpfe halten besser mit etwas Mehlkleister

Mehlkleber ist gut für alle Arten von Papier, Karton und Pappe geeignet.

Da er nur aus Wasser und Mehl besteht, ist er umweltfreundlich und kindersicher. Deswegen ist es auch kein Problem mit Mehlkleister beschmiertes Zeitungspapier in der Erde zu versenken.

Er hat allerdings einen Nachteil. Nach etwa einer Stunde wird er unbrauchbar. Du kannst ihn also nicht auf Vorrat produzieren.

Ich habe einige Rezepte gesehen, die eine Tasse Mehl und eine Tasse Wasser als Mengenangabe haben. Wenn du nicht quadratmeterweise Fläche zu bepinseln hast, dann ist das Zuviel.

Jeweils zwei oder drei Esslöffel Mehl und Wasser ist eine realistische Menge für eine Stunde basteln.

3 Alternative Anzuchttöpfe

Der Januar ist bei mir die Zeit, in der ich anfange, das neue Gartenjahr vorzubereiten. Zum nachhaltigen leben und gärtnern gehört für mich dazu, möglichst wenig Dinge zu kaufen. Es wird also verwendet, was im Haus ist.

Anzuchttöpfe aus Eierkartons

Ich habe fleißig Eierkartons gesammelt, in die ich Samen von schnellwachsenden Pflanzen ausbringe. Da die Eierkartons sehr flach sind, müssen dort die Pflänzchen rein, die keine zu tiefen Wurzeln bilden und zügig ins Beet umziehen können.

Eierkartons für schnellwachsende Pflanzen

Anzuchttöpfe aus Papphülsen

Auch die Papphülsen von Toilettenpapier und Küchenkrepp bekommen einen letzten Job als Anzuchttopf. Ich bekomme die Hülsen allerdings nur schwer gefaltet. Deswegen schneide ich die Hülsen ein und klappe die kurzen Enden dann ein.

Anzuchttöpfe aus Küchenkrepphülse
Aus einer Küchenkrepphülse entstehen drei Anzuchttöpfe

Anzuchttöpfe aus Zeitungspapier

Die meisten Anzuchttöpfe bastel ich aber aus Zeitungspapier und Mehlkleister.

Unterseite meiner Anzuchttöpfe. Durch den Mehlkleber fallen sie nicht auseinander.
Anzuchttöpfe aus Zeitungspapier

Ein schmales Glas wird mit einem doppelt gelegten Streifen Zeitungspapier umwickelt. Das Ende des Streifens bestreiche ich mit Mehlkleister und drücke ihn an. Dann den Streifen über den Glasboden klappen. Auch die letzte Lasche fixiere ich mit dem Mehlkleister.

Der Mehlkleister ist optional. Mir vereinfacht er die Handhabung beim falten. Damit rutscht nix mehr.

Du kennst Mehlkleister noch nicht? Ich finde ihn toll. Du kannst damit mühelos Papier und Pappe kleben. Nimm einen Teil Mehl und einen Teil Wasser und verrühre es. Mir reicht die Menge eines Schnapsglases. Und wenn es mal nicht reichen sollte, ist er auch schnell nachgemacht.

Und dann gibt es noch die Möglichkeit, mit einer Erdballen- bzw. Topfpresse völlig topflos Pflanzen vorzuziehen. Katharina von „Aus dem Garten“ hat dazu einen tollen Artikel geschrieben, den ich dir gern ans Herz legen möchte.

Was verwendest du für die Anzucht? Lass es mich in einem Kommentar wissen.